King Ping als Wuppertal-Krimi?

Mal abgesehen von dem Namen – „King Ping“ hört sich doch eher etwas nach Zeichentrickfilm an – ist die Idee gar nicht mal schlecht: Wuppertal soll seinen eigenen Krimi bekommen. Das ist nicht neu, ich erinnere nur an die Serie mit Heinz Hoenig, die über wenige Episoden jedoch nicht hinauskam. Das muss aber nicht unbedingt die Schuld des Schauplatzes gewesen sein.

Nun also ein neuer Versuch, der es zumindest wert ist, beachtet zu werden. Denn neben Namen wie Ann-Kathrin Kramer, Sierk Radzei und Mechthild Grossmann kommt auch der siebenminütige Trailer professionell daher: Die Bilder stimmen, ein musikalisches Leitmotiv steht bereits (Jan Kazda) und auch die Details sind gut inszeniert.

„King Ping“ soll als Mischung aus Krimi und Komödie angelegt werden, wobei ein ehemaliger Polizist, der wegen Selbstjustiz seinen Job verlor und nun als Pinguin-Pfleger im Zoo arbeitet, im Mittelpunkt steht. Dennoch muss er seine Nase wieder in Ermittlungen stecken, zumal ehemalige Kollegen zu Mordopfern wurden. Das sei eine Geschichte, die so oder ähnlich in jeder Stadt funktionieren könne, aber mit der Schwebebahn, den zahllosen Treppen der Stadt und überhaupt dem Auf und Ab zwischen Tal und Höhen viele Bilder biete, die in der Filmlandschaft noch weitgehend unverbraucht seien, heißt es beim Filmteam rund um den Produzenten und Drehbuchautor Dirk Michael Jäger.

Realisiert wurde der Einstieg mit breiter Wuppertaler Unterstützung, die beim Zoologischen Garten beginnt und bei dem Sponsorenehepaar Karolina und Martin Becker nicht aufhört. Doch genau hier liegt das Problem: Die Realisierung als Film – egal ob für die Kinoleinwand oder den heimischen Bildschirm – hängt allein von Sponsoren ab. Und da hat man natürlich wieder Wuppertals übliche Verdächtige gefragt: die Stadtsparkasse, die Barmenia Versicherungen und so weiter. Die sind aber auch gefragt, wenn es zum Beispiel um die weitere Nutzung des Schauspielhauses an der Kluse, einen Neubau für die Junior-Uni und weitere drängende Fragen in Wuppertal geht. Da wird sich den Marketing-Abteilungen sicherlich die Frage der Wertigkeit gestellt haben. Ich denke nicht, dass ein Wuppertal-Krimi dabei ganz oben auf der Liste stehen wird.

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