Was ist Sünde, was ist Leben?

Gibt es heute noch die sieben Todsünden? Kennt sie überhaupt noch jemand? Oder sind sie gar nicht mehr so schlimm, wie es die Menschen früher empfanden? Diese Fragen hat sich das Wuppertaler Tanztheater-Ensemble „Social Dance Work“ gestellt. Dabei sind erstaunlich viele moderne Varianten der Todsünden zutage gekommen. So passt das All-you-can-eat-Angebot in Hotels und Restaurants ebensogut zur Völlerei wie die Selfie-Sucht zur Eitelkeit. Der Geiz springt uns sogar als Werbebotschaft entgegen. Und leben wir nicht gerade in einer extremen Neid-Gesellschaft, in der man anderen – gerne auch neu zu uns gekommenen – nichts gönnt? Angesichts dessen, was heute alles auf uns einstürzt, erfasst uns nicht selten eine bleierne Trägheit. Aber sind das tatsächlich alles Todsünden? Oder finden sie nur dann statt, wenn aus Zorn ein Mord, aus Wolllust Zwangsprostitution wird?
Ausgehend von der Titelfigur Betty, deren Kopf voll von vermeintlichen Sünden ist, hat das Ensemble den Tanztheaterabend „Bettys Sinfonie oder die Frage der Sieben Todsünden 2.0“ entwickelt. Die ausverkaufte Premiere im Oktober 2016 sowie ein weiterer ausverkaufter Abend fanden im Wuppertaler „Apollo“ statt, einem alten Filmspieltheater der 1950er Jahre, das heute als Club mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt wird. Ganz auf die Räumlichkeiten abgestimmt, nutzte das Ensemble Tanzfläche, Bühne und Bars ideal.


Im Februar 2017 konnte Social Dance Work zwei weitere Vorstellungen im Kleinen Haus des Theaters Münster von „Bettys Sinfonie“ im Rahmen des Festivals „Tanzspektrum“ zeigen. Die Presse und das Publikum zeigte sich begeistert. Nun kehren die Tänzerinnen, die aus ganz NRW kommen, ihren Trainingsschwerpunkt jedoch in Wuppertal haben, in die Schwebebahnstadt zurück: Am 25. und 26. März 2017 sind sie im Theater am Engelsgarten in Wuppertal zu sehen ist. Die Vorstellung am 25. März beginnt um 19.30 Uhr, die einen Tag später um 18 Uhr. Karten gibt es bei der Kulturkarte.

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