Wenn Männer weinen

Das scheint ein neuer Trend zu sein: erfolgreiche, eher als hart agierend bekannte Männer, die am Ende ihrer Karriere beim Rückblick auf ihr Werk auch an die Familien denken, die dahinter stehen – und dabei die Tränen nicht mehr zurückhalten können. So passierte es erst Peer Steinbrück im Fernsehen, dann Josef Beutelmann und nun Eugen Trautwein in Wuppertal.
Was vor 20 Jahren wahrscheinlich noch völlig unmöglich war, ist heute keine Seltenheit mehr. Aber was zeigt uns das? Dass Männer sensibler geworden sind, dass sie sich einfach nur trauen, ihre sensible Seite zu zeigen oder einfach nicht anders können, weil sie doch gar nicht so harte Knochen sind?
Denn: peinlich ist es ihnen nämlich offensichtlich doch, was sich durch unwirsche Worte, Gesten und Mimik zeigt. In diesem Sinne werden wir wohl noch ein paar Jahre warten müssen, bis es selbstverständlich ist, dass auch Männer weinen. Aber bis dahin dürften sich dann ja vielleicht auch ein paar Frauen vor großem Publikum verabschiedet haben. Sie können so noch einmal zeigen, wie das geht mit den emotionalen Momenten, die so gar nichts peinliches haben, sondern den Betrachter eher milde stimmen. Obwohl: Angela Merkel wird das eher nicht sein. Und das wird am Ende dann wohl tatsächlich Gleichberechtigung sein.

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