Energiefragen über Energiefragen

Eigentlich weiß ja jeder, dass man Energie sparen soll: für das eigene Portemonnaie, für die Umwelt und neuerdings auch, um die Energiewende schaffen zu können. Vor allem die Energie zum Heizen sei dabei ein entscheidender Faktor, sagt Energieexperte Norbert Hüttenhölscher von den Wuppertaler Stadtwerken. Er meint damit neben den Heizkosten in Wohnungen vor allem auch die für Büros, Werkstätten, Industriehallen und nicht zuletzt Kaufhäuser, Einkaufszentren und den Einzelhandel generell.
Dabei könnte dort enorm gespart werden, denn nicht nur Männern steht meist der Schweiß auf der Stirn, wenn die oder der Holde an der Seite wieder hemmungslos zuschlägt. Auch die einkaufsbegeisterte Seite der Menschheit kommt dabei eigentlich immer ins Schwitzen. Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt über Ihre (Winter) Jacke geflucht, weil sie angezogen zu warm, über den Arm gehängt zu unpraktisch war?

Und zu Hause? Mit dickem Pulli und Schal am Schreib- oder Esstisch zu sitzen, ist vielleicht nicht ganz so attraktiv, mit der Decke auf dem Sofa ließen sich ein bis zwei Grad weniger in der Wohnung aber ganz gemütlich überbrücken.
Aber es geht Hüttenhölscher und anderen Verfechtern der Energieeinsparung auch um die einfachen Dinge: das Licht im Flur ausschalten, wenn man es nicht braucht, den Trockner nicht für drei T-Shirts laufen zu lassen und die Kaffeemaschine nicht anzulassen, weil man vielleicht in einer Stunde doch noch einen Kaffee trinken möchte.

Apropos Kaffee: Dabei lässt sich trefflich lesen. Wobei sich die Frage stellt, ob das digital vielleicht nicht auch umweltfreundlicher ist, als Papiererzeugnisse zu bemühen, von Nerds auch gerne „tote Bäume“ genannt? Womit sich eine zweite Frage aufdrängt, welcher ökologische Rucksack größer ist? Diesen berechnet man quasi von der Wiege bis zur Bahre, also vom Baumfällen bis zum Altpapier auf der einen und von der Gewinnung sogenannter seltener Erden bis zur Entsorgung von Elektroschrott auf der anderen Seite.
An der Antwort arbeitet das Wuppertal-Institut bestimmt schon, hat es bereits getan oder wird es in absehbarer Zeit – oder eine vergleichbare Institution. Bis ich die Antwort kenne sitze ich mit Pulli und Schal beim Kaffee und wechsel zwischen Artikeln auf Papier und Display.

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